Reflexion: Ein Werkzeug zur Demokratieförderung – Eine Weiterbildung für Multiplikator*innen

Grafik Fahrrad Reflexion

Am Wochenende, 19. und 20. Januar 2019, fand im Salvador-Allende-Haus eine Multiplikator*innenschulung zum Thema Reflexion statt. Ziel war es, Multiplikator*innen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, die Möglichkeiten von Reflexion als Instrument zur Demokratieförderung nahezubringen.

Als Einstieg fand zunächst ein lockerer Austausch zwischen den Multiplikator*innen über den bisherigen Gebrauch von Reflexionsmethoden statt. Dabei wurden nicht nur Methoden und Erfahrungen, sondern auch die Haltungen ausgetauscht.

Im Anschluss daran ging es dann konkreter um die Fragestellungen:  „Wann und wie wird reflektiert?“, „Wer reflektiert mit wem?“ und vor allem „Warum wird reflektiert?“. Die spannendsten Erkenntnisse ergaben sich dabei auf die Frage, warum reflektiert wird.

Schnell wurde den Teilnehmenden des Workshops klar, dass bei der Reflexion mit einer Seminargruppe zu einem die Gruppendynamik reflektiert wird. Zum anderen wird aber auch die eigene Selbstreflexion und das kritische Denken und Handeln der Seminar-teilnehmenden angeregt. Die Reflexion, beispielsweise von einer Kooperationsübung ,gibt den Teilnehmenden eine Einschätzung und auch eine Weiterentwicklung der eigenen sozialen Kompetenzen. Kompetenzen, wie Empathiefähigkeit, das Formulieren eigener Bedürfnisse und Konfliktfähigkeit, die für eine demokratische Haltung notwendig sind.

Anschließend haben die Teilnehmenden selbst eine Kooperationsübung mit anschließender Reflexion durchgeführt. Darauf wurde in der Reflexion einen Fokus gesetzt und festgestellt, dass Kooperationsübungen nicht nur die demokratische Haltung fördern, sondern ganz konkret auch demokratische Prozesse fördern. Schließlich muss die Gruppe für sich einen fairen Umgang miteinander finden und gemeinsam den Prozess der Lösung der Übung durch demokratische Absprachen finden.

Dies war auch als Überleitung gedacht, um im nächsten Schritt verschiedene Möglichkeiten, wie man eine Reflexion verpackt, zu sammeln. Dabei wurden viele  Ansätze und Methoden gesammelt, um ein Reflexion spielerischer aber auch produktiver zu gestalten.

Zusätzlich dessen gab es auch noch eine Einheit, in der die eigene Position und Machtverhältnisse reflektiert wurden. Daraus ergab sich eine Diskussion, wie man während einer Reflexion aber auch während des gesamten Seminars, die Teilnehmenden als Multiplikator*innen auf Augenhöhe behandelt, um so auch Demokratie und Partizipation innerhalb eines Seminars zu fördern

Die Teilnehmenden haben also an diesem Tag nicht nur gelernt, wie und warum sie in ihren Seminaren mit den Gruppen reflektieren. Sie haben auch sehr schnell selber herausgefunden, dass Reflexion ein aktiver Prozess ist, der bei der Selbstreflexion anfängt und auch ein Prozess sein kann, der konkret die Demokratie fördert.

 

 

 

„Augen auf bei Diskriminierung!“ – Eine Woche mit den FSJler*innen der Falken

Definition der FSJler*innen des SJD - Die Falken Landesverbandes NRW

Das ist die Definition der Menschenrechte, die die FSJler*innen der SJD – Die Falken, Landesverband NRW konstruiert haben. Dies geschah im Rahmen der Sensibilisierungswoche vom 10.12.-14.12.2018 im Salvador-Allende-Haus. Ziel dieser Woche war die Auseinandersetzung mit den Themen Identität, Rassismus und Sexismus/Gender, das Erkennen von Diskriminierung und die Aktivierung von eigenen Ideen gegen Diskriminierung.

Passend zum Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, beschäftigten sich die FSJler*innen mit dem Thema Menschenrechte und Rassismus. Bei einem Brainstorming kam nicht nur die oben genannte Menschenrechtsdefinition heraus, sondern es wurde auch kritisch über die Umsetzung der Menschenrechte in der Welt diskutiert und anschließend auch eine Definition von Rassismus im Plenum zusammengetragen.

Um diese Definition von Rassismus gleich zu benutzen, wurde von den Teilnehmenden Werbung auf Rassismus überprüft. Im späteren Verlauf der Woche wurde auch Werbung in Recklinghausen auf Sexismus kritisch betrachtet. Diese Untersuchung schockierte einige Teilnehmenden, da viele nicht erwartet hatten, wie viel unterschwellige Diskriminierung in Werbung stecken kann.

Am zweiten Tag wurde das erlernte Wissen zu Rassismus direkt transferiert, um zu überlegen, welche Handlungsoptionen möglich sind, um gegen Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit vorzugehen. Passend dazu beschäftigten sich die Teilnehmenden auch mit dem eigenen Engagement in der Gesellschaft, der Notwendigkeit und den individuellen Zielen dessen.

In den darauffolgenden Einheiten ging es primär um Sexismus, Feminismus und Gender. Zum Einstieg wurden die unterschiedlichen Begrifflichkeiten geklärt und Fragen diskutiert, wie „Wann fängt Sexismus an?“, „Was bedeutet überhaupt Feminismus?“, „Wo ist der Unterschied zwischen „sex“, „gender“ und „desire“?“ „Und was ist eigentlich dieses Patriarchat?“. Um die Auswirkungen des Patriarchats näher zu verdeutlichen, haben wir überlegt, was in der Gesellschaft als typisch männlich und typisch weiblich angesehen wird und warum sich daraus Diskriminierung und Benachteiligung ergeben. In der anschließenden Diskussion wurde klar, wie viel uns die Gesellschaft durch die Sozialisation und Zuschreibungen von anderen, in eine vorgegebene Richtung lenkt.

Danach ging es um die Analyse von Altgassexismus anhand von verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel einem Poetry Slam oder einem Youtube-Video. Es wurde sich auch um das Thema Grenzüberschreitungen ausgetauscht, was zu einigen Aha-Momenten und kritischer Selbstreflexion geführt hat. Zum Abschluss haben die Teilnehmenden noch verschiedene Kampagnen zum Thema Umgang mit Sexismus analysiert und um eigene Handlungsideen erweitert.

Die Teilnehmenden haben in dieser Woche viele neue Perspektiven kennengelernt und einen kritischeren Blick auf Diskriminierung entwickelt. Im Handgepäck haben sie jetzt viele Ideen, wie sie vor Ort selbst aktiv werden können.

08 Workshop Diskriminerung

„Gemeinsam statt einsam“ – Die Schülervertreter_innen der Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule in Berlin-Köpenick wollen sich gegen Diskriminierung einsetzen

„Wir wollen an einer Schule lernen, in der alle sich respektieren, sich akzeptieren, Grenzen einhalten und Courage zeigen.“ So steht es auf dem Plakat einer Projektgruppe, die sich den Namen „Gemeinsam statt einsam“ gegeben hat. Sie wollen Projekttage gegen Diskriminierung an ihrer Schule organisieren und für Wahrnehmung sorgen.

Das Projekt ist eines der Ergebnisse eines Seminars mit der Schülervertretung der Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule aus Berlin-Köpenick, mit der die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein seit über zehn Jahren zusammenarbeitet. Vom 8. bis 12. Oktober 2018 waren Schüler_innen der Klassen 5 bis 12 für eine Woche zu Gast in Werftpfuhl, die meisten waren Klassensprecher_innen oder Stellvertreter_innen.

Ziel des Seminars war es, die Kinder und Jugendlichen zu ermutigen und zu befähigen, sich für ihre Interessen einzusetzen, Engagement und Mitbestimmung zu trainieren und Projekte zu entwickeln, die an ihrer Schule Wirkung entfalten.

Bildungsreferentin Bettina Dettendorfer findet, dass dies gelungen ist: „Es war beeindruckend zu erleben, mit welchem Einsatz sich die Schüler_innen eingebracht haben, mit welchem Selbstbewusstsein sie ihre Sitzungen geleitet und ihre Anliegen vorgebracht haben und welche Themen ihren wichtig waren“, so Dettendorfer. Besonders freut sie, dass ein Projekt entwickelt wurde, das sich gegen Diskriminierung wendet.

Die Initiative hierzu kam wie bei allen Projekten von den Schüler_innen selbst. In einer vorangegangenen Workshop-Einheit gab es unter anderem eine Einführung in das Thema „Diskriminierung“, die auf besonders großes Interesse gestoßen war. In der Projektentwicklung wurden selbst erlebte Beispiele für Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung und Rassismus gesammelt und eine Abgrenzung der Begriffe vorgenommen.

Um das eingangs zitierte Ziel zu erreichen, wollen die Schülervertreter_innen das Problem auf einer Vollversammlung ansprechen. Anschließend sollen Projekttage an der ganzen Schule organisiert werden, in denen alle für die Thematik sensibilisiert werden und Handlungsstrategien dagegen entwickeln können. Zugleich wünschen sich die Schüler_innen, dass ihre Schule das Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhält und wollen die dafür notwendigen Unterschriften sammeln. Sie haben es satt, dass ihre Schule unter Gleichaltrigen als „rechts“ gilt und wollen gerade in Zeiten von zunehmender Hetze ein Zeichen setzen, betonen sie.

„Hier engagieren sich zum Teil noch sehr junge Jungendliche und wollen aktiv auf ihre Mitschüler_innen einwirken, sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung einzusetzen. Das entspricht genau dem Ziel unseres Modellprojekts“, freut sich Dettendorfer. Sie bezieht sich auf das Projekt „Es ist deine Kampagne – (inter)aktiv für eine lebendige Demokratie!“, das die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ durchführt. Das Seminar mit der Anna-Seghers-Schule fand als Teil dieses Projekts statt.

Möglichkeiten, sich einzubringen und das Seminarprogramm mitzubestimmen, gab es in der gesamten Seminarwoche. Aus Ideen der Schüler_innen entstanden die Projekte, die sie an ihrer Schule umsetzen wollen. Diese wurden allen präsentiert und gemeinsam diskutiert. Neben einer grüneren, freundlichen Schulhofgestaltung und sauberen Toiletten wurde auch die Einführung einer Uni-Sex-Toilette geplant und ein Video gedreht, das die Arbeit des Vorstands der Schülervertretung erklärt und zur Mitarbeit einlädt.

Die kontinuierliche Arbeit mit der Schülervertretung der Anna-Seghers-Schule zeigt Erfolge. Das meint nicht nur Dettendorfer. Auch die Schüler_innen, von denen einige seit vielen Jahren regelmäßig wieder dabei sind, sind begeistert, dass sie sich selbst und ihre Arbeit weiterentwickeln konnten. So wurde in den letzten Jahren ein eigener Raum für die Schülervertretung eingerichtet, Vollversammlungen wurden eingeführt und die Arbeit in einem Team organisiert, das auch jüngere Schüler_innen einbezieht.

„Auf diese Weise erfahren Kinder und Jugendliche, wie Demokratie funktioniert, dass Mitbestimmung wirkungsvoll sein und dabei sogar Spaß machen kann“, fasst Dettendorfer zusammen. So wachsen junge Menschen heran, die sich von sich aus „aktiv für eine lebendige Demokratie“ einsetzen.

 

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Kinder haben Rechte – erneut eine erfolgreiche Ferienwerkstatt für Kinder

Auch im Sommer 2018 nahmen wieder über 30 Kinder aus Berlin und Brandenburg an der Ferienwerkstatt „Gemeinsam sind wir bunt“ teil, die vom 7. – 14. Juli 2018 in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein stattfand. Dabei stand erneut das Thema „Kinderrechte“ und ihre Gültigkeit für alle Kinder auf der Welt im Mittelpunkt.

Gleichzeitig sollte der Blick für die Interessen der anderen geschärft und der Umgang mit Vielfalt trainiert werden. „Die Kinder sollen hier eine Woche erleben, in der sie in ihrer Eigenheit anerkannt werden und in der sie positive Erfahrungen im Umgang und in der Zusammenarbeit miteinander machen können“, ist Organisatorin Bettina Dettendorfer wichtig.

Ein Ziel der Ferienaktivität lag also in der Auseinandersetzung mit der Vielfalt in der eigenen Kindergruppe.  Den Kindern sollten durch das Kennenlernen von Kindern aus anderen Umfeldern und anderen Lebensrealitäten diverse Lebenssituationen nahegebracht werden.

„Wenn Verschiedenheit normal und sogar wertvoll ist, gibt es keinen Grund für Ausgrenzung, und Vorurteile können abgebaut werden“, betont Dettendorfer. Darin liegt eins der Ziele des Projekts „Es ist deine Kampagne – (inter)aktiv für eine lebendige Demokratie!“, in dessen Rahmen die Kreativwerkstatt stattfindet.

Das besondere an der „Ferienwerkstatt“ sind die vielfältigen Möglichkeiten mit einem Thema zu arbeiten: in kurzen Methoden setzen sich die Ferienkinder spielerisch mit wichtigen Fragen aus ihrer Lebenswelt auseinander. Sie lernen zu diskutieren und ihren Standpunkt zu vertreten. Sie merken, dass ihre Meinung zählt, aber eben auch die eines Anderen. Sie bearbeiten ihr Thema kreativ und originell. Sie lernen, dass Lernen Spaß macht und auch Spiele und Methoden Lernen sein können.

Mit Hilfe der Methode „Reise in ein neues Land“ zum Beispiel gingen die Teilnehmenden der schwierigen Frage nach, auf welche Rechte, aber auch Bedürfnisse verzichtet werden könnte, wenn es denn notwendig wäre. Sie kamen dabei zu der Erkenntnis, dass es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr angemessen ist, auf Rechte zu verzichten. Welche Einschränkungen dies im täglichen Leben bedeuten würde, diskutierten sie lebhaft in ihren Gruppen.

Im Verlauf der Ferienwoche gab es immer wieder mit Situationen, die die Kinder als unfair oder ungerecht empfanden. Gemeinsam versuchten sie dafür Lösungen zu finden.  Daraus entstand eine Plakatserie als Kampagnen für Kinderrechte.

Über verschiedene kreative Angebote, wie Kunst- und Skulpturenbau, Theater oder Mediengruppe,  hatten die Kinder die Möglichkeit, die ihnen wichtigen Themen künstlerisch zu bearbeiten und sich auszuprobieren.

Neben der inhaltlichen und künstlerischen Betätigung kamen natürlich auch Spiel und Spaß nicht zu kurz. Neue Freundschaften wurden geknüpft. Gemeinsam erkundeten die Kinder das Gelände. Es wurde gegrillt, Ausflüge an den See gemacht oder einfach der Platz und die vielfältigen Spielmöglichkeiten im Kurt Löwenstein Haus genossen.

„Bildung für alle!“ – Multiplikator*innenfortbildung zum Thema Inklusion in der Bildungsarbeit

2018-06-23 Fortbildung InklusionEnde Juni fand eine Fortbildung für ehrenamtlich Aktive, die in der politischen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig sind, zum Thema Inklusion statt. Durchgeführt wurde sie im Salvador-Allende-Haus.
Die Seminargruppe hat sich mit möglichen Hindernissen und Hürden in den eigenen Angeboten auseinandergesetzt und im Anschluss gemeinsam Ideen entwickelt, wie diese abgebaut werden können. Ziel war es  Rahmenbedingungen zu entwickeln, die es möglichst vielen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich mit politischen Inhalten auseinanderzusetzen.
„Die Fortbildung war eine gute Gelegenheit zu reflektieren, wo in den eigenen Angeboten Diskriminierung stattfindet und junge Menschen von Diskussions- und Lernprozessen ausgeschlossen werden“, erklärt Bildungsreferentin Lisa-Marie Davies. „Denn wenn wir Diskriminierungen kritisieren wollen und eigene Handlungsoptionen entwickeln wollen, müssen wir alle jungen Menschen mitnehmen – und zwar so, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden.“

„Was mir wichtig ist, dafür setze ich mich ein!“ – Workshop bei der Essener Jugendkonferenz zum Thema Identität und Werte

Am 3. Juli haben sich 300 Essener Jugendliche in der Gesamtschule Bockmühle getroffen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, was ihnen wichtig ist und wofür sie sich einsetzen wollen. Auch das Modellprojekt „Es ist deine Kampagne – (Inter)aktiv für eine lebendige Demokratie“ war auf der Veranstaltung vertreten.

Im ersten Teil des Workshops haben sich die Teilnehmenden mit sich selbst beschäftigt und eine Persönlichkeitsblume gestaltet. Diese Blume enthält verschiedene Eigenschaften und Merkmale, von denen die Teilnehmenden sagen, dass diese wichtig für sie seien. Im Anschluss daran wird geschaut, ob es Mitschüler*innen gibt, auf die diese Merkmale ebenfalls zutreffen oder ob sie nur eine Person beschreiben.

Im darauffolgenden Teil haben die Schüler*innen in einem World-Café an verschiedenen Thementischen diskutiert, wo sie schon einmal Diskriminierung erlebt haben, ob und wie sie sich engagieren und was sie gerne in der Gesellschaft verändern würden. Bei der Präsentation der Ergebnisse fiel vor allem auf, dass viele der Teilnehmenden sich im Familien- und Freundeskreis engagieren und dort andere unterstützen. Die Diskussionen zum Thema Engagement wurden dann fortgeführt und in Kleingruppen anhand von Fallbeispielen verschiedene Handlungsoptionen entwickelt.

Politisch aktiv mit Videoformaten – Für die eigene Meinung im Netz einstehen

Wie können wir bekannte Videoplattform und digitale Möglichkeiten nutzen, um unsere Meinung auszudrücken? Mit dieser Frage haben sich zehn Jugendliche, die ehrenamtlich im Jugendverband SJD-Die Falken aktiv sind, ein Wochenende lang beschäftigt. Das Seminar fand vom 9. bis zum 11. März im Salvador-Allende-Haus statt.
Als erstes haben die Jugendlichen gemeinsam gesammelt, welche Videoformate  und –kanäle, die politische Inhalte haben und Gleichaltrige ansprechen, sie kennen und anschließend analysiert, was diese Videos ausmacht und warum sie möglicherweise so erfolgreich sind.
Dann ging es ans Aktiv werden: In Kleingruppen haben die Jugendlichen dann eigene Videos konzipiert und gedreht. In einem ging es um Rassismuserfahrungen, die sie gemacht haben, und gegen die sie ein Statement setzen. In einem anderen haben die Teilnehmenden mit Geschlechtervorstellungen gebrochen und unter dem Motto „Girl Power!“ ein Video gedreht. Eine weitere Gruppe hat eine Demo besucht und ihre Eindrücke von dort geschildert.
Insgesamt sind drei tolle Videos entstanden, die die Forderungen und Haltungen der Jugendlichen zum Ausdruck bringen. Das Handwerkszeug, das sie zum Erstellen der Videos erlernt haben, können und wollen sie nun weiter verwenden, um auch vor Ort eigene Filme zu produzieren und über Social Media-Kanäle oder Videoplattformen zu verbreiten.

Panketal Infoabend Tisch

Kampagnen-Video gegen Manipulation und Informationsabend zum Thema Hatespeech und Medienmissbrauch

Hass und Falschmeldungen verbreiten sich durch das Internet und Smartphones heutzutage schneller denn je. Gerade auch, weil viele sie teilen, ohne nachzudenken. Das wird ausgenutzt, um Menschen politisch zu manipulieren oder um Aufmerksamkeit zu erregen.

Deshalb ist es wichtig, Jugendliche und Eltern darüber aufzuklären, wie man so genannte „Fake-News“ erkennt und sich nicht aufhetzen lässt. Das dachten sich die Schüler_innen der Medien-AG der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Gesamtschule Panketal und haben alle interessierten Eltern und Schüler_innen zu einem Informationsabend eingeladen. Unter dem Titel „Medienkompetenz – gemeinsam digit@l“ fand dieser am 22. Februar 2018 in Zepernick statt.

 Über 30 Gäste sind gekommen, um sich zu informieren. Zu Beginn führte die Panketaler Medienlotsin Birgit Reinermann das Publikum in die Thematik ein: Wie können Jugendliche kompetent mit Medien umgehen, und wie kann man sie als Eltern dabei unterstützen? Anschließend hatten die Jugendlichen der Medien-AG verschiedene Tische vorbereitet, an denen sich die Gäste interaktiv darüber informieren konnten, wie leicht man durch Medien manipuliert werden kann – und wie man sich davor schützt. Auch um Erscheinungen wie „Online-Sucht“ ging es dabei.
Panketal Infoabend Vortrag Publikum

Im Mittelpunkt des Abends stand aber die Präsentation des Videofilms, den vier dreizehnjährige Schüler_innen selbst gedreht haben. Die Teilnehmenden der Medien-AG der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Gesamtschule Panketal haben sich vom 16. bis 18. Juli 2017 in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein unter fachkundiger Anleitung mit dem Thema „Medienmanipulation“ beschäftigt und daraus einen Videofilm gedreht, der hier zu sehen ist https://vimeo.com/233274240

Dem Seminar in Werftpfuhl gingen drei Tagesveranstaltungen an der Schule in Panketal voraus, in denen sich die interessierten Schüler_innen mit verschiedenen Aspekten des Themengebiets beschäftigten:

  • Wie einfach lassen sich Bilder und Videos manipulieren?
  • Was ist Hatespeech, wer setzt sie gegen wen ein und wie kann man sich dagegen wehren?
  • Wie erkenne ich Gerüchte bzw. Fake News und wie entlarve ich sie?

So gerüstet gossen vier engagierte Dreizehnjährige ihr Wissen kurz vor den Sommerferien in den gelungenen, informativen Videofilm. In nur drei Tagen galt es, Wünsche, Wissen und Vorstellungen zu sortieren und das Ganze zu einem Film zusammenzubringen. Dabei waren alle Regisseur_innen, Schauspieler_innen, Drebuchschreiber_innen und Cutter_innen. Der entstandene Film enthält nicht nur viel Wissenswertes sondern zeigt zugleich verschiedene Genres und journalistische Arbeitsweisen, mit denen man Inhalte vermitteln kann. Er eignet sich bestens, um anderen das Thema nahezubringen.

Das haben die Jugendlichen auch weiterhin vor: Nachdem der Informationsabend ein voller Erfolg war, möchte die mittlerweile noch etwas gewachsene Medien-AG der Gesamtschule Panketal ihr Wissen jetzt an die Grundschüler_innen der Nachbarschule weitergeben.

Und was hat ihnen selbst das Projekt gebracht? In der abschließenden Fragerunde sagt Marie aus der Medien-AG: „Ich bin der Meinung, dass ich kritischer geworden bin und nicht mehr alles glaube, was ich im Internet sehe.“

 

„Wo wollen wir hin?“ – Jahresplanung des Sprecher*innenrates des Jugendforum Falkensee

Bereits zum dritten Mal fand im Rahmen des Projektes „Es ist deine Kampagne“ ein Workshop mit dem Falkenseer Jugendforum statt. Aus der ersten Runde vor zwei Jahren ist ein fester Kreis von 10 bis 15 JugendlichTagesplanen geworden, die sich in ihrer Freizeit regelmäßig treffen um gemeinsam Jugendbeteiligung und Mitbestimmung in ihrer Stadt erlebbar zu machen.

Nach zwei Workshops, die sich stark an der inhaltlichen Ausrichtung des Sprecher*innen-Rates und den strukturellen Voraussetzungen für eine gelingende Zusammenarbeit richteten, kamen die Jugendlichen am 27.01.2018 zu einem Jahreplanungstreffen in Falkensee zusammen. Unterstützt von der Partnerschaft für Demokratie in Falkensee und moderiert durch eine Teamerin des KLH gelang es den Sprecher*innen und Interessierten aus dem Umfeld die wichtigsten Termine und To Dos auf die Tagesordnung zu holen und gemeinsam das Jahr 2018 zu planen. Dazu gehörte neben inhaltlichen Absprachen auch die Festlegung von Verantwortlichkeiten, das Protokollieren von Ergebnissen und die Strukturierung einzelner Arbeitsschritte.

Spaß und Kommunikation kamen aber selbstverständlich auch nicht zu kurz: mit kurzen Energizern und Konzentrationsübungen fanden die Teilnehmenden immer wieder zum Seminargeschehen zurück. Eine ausführliche Mittagspause mit gemütlicher Pizza-Runde stärkte auch das leibliche Wohl an diesem langen, arbeitsreichen Samstag.

Der nächste Workshop ist bereits in Planung und alle freuen sich auf ein viertes arbeitsintensives Wochenende, dann wieder im Kurt Löwenstein Haus.

Grüner Campus Malchow SV-Seminar „Die Welt ist bunt – eine Schule für alle“

Vom 22. bis 24. November 2017 besuchten Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 4 bis 6 das Kurt Löwenstein Haus. Sie alle sind Klassensprecher*innen der Gemeinschaftsschule „Grüner Campus Malchow“ in Berlin-Lichtenberg.

Zum zweiten Mal hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit im KLH sich mit ihren Rechten und Pflichten als Klassensprecher*innen und Schüler-Vertretung auseinanderzusetzen. Wie im Vorjahr nutzten sie dafür wieder die „Zukunftswerkstatt“: so konnten sie die Arbeit des vergangenen Jahres reflektieren und über Projekte und Arbeitsaufträge sprechen. Bevor es in der Planungsphase an das nächste SV-Jahr gehen sollte, wurden Utopien errichtet.

In der konkreten Gestatlungsphase kamen die Teilnehmenden wieder zurück  in die Realität. Gemeinsam setzten sie sich Ziele für das Schuljahr. So wollen die Kinder vor allem den Freizeitbereich der Schule weiter ausgestalten: eine Chillout-Zone soll eingerichtet werden, ein Snack-Automat die Verpflegungssituation verbessern, der Bolz-Platz bedarf einer Überholung und die Toiletten mehr Sauberkeit. Außerdem wünschen sich die Kinder eine bessere Ausstattung der Klassenräume mit weiteren Smartboards. In einer Garten-AG wollen die Kinder die Gestaltung der Schule und des Schulhofes selbst in die Hand nehmen und auch zur Bearbeitung der Geschichte ihrer Schule würden sie gerne in einer AG arbeiten. Diese Idee und konkrete Vorschläge und Pläne zur Umsetzung wurden im Beisein des Schulleiters präsentiert.

Damit das Gelernte nicht reine Theorie bleiben sollte, fand jeden Tag nachmittags eine Kinderkonferenz statt. So lernten die Schülervertreter*innen gleich ganz praktisch wie viel eine gute Versammlungs-Organisation wert ist, wie man Protokolle schreibt und größere Gruppen moderiert.

Mit einem Ordner voller Aufgaben, Pläne und Listen fuhren die Kinder am Ende der Woche wieder nach Lichtenberg zurück.